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Honorarordnung für Architekten und Ingenieure - HOAI



Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure, kurz HOAI, ist staatlich verordnetes Preisrecht.

Vergütungsregelungen durch Preisrecht sind keine Besonderheit des Architekten- und Ingenieurberufs. Die Honorare nahezu aller Freiberufler beispielsweise der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Steuerberater, Rechtsanwälte und Notare werden durch staatliche Verordnungen geregelt. Auch im Bereich der Mindestlöhne und der für verbindlich erklärten Tarifverträge greift der Staat in Marktmechanismen ein.

staatliches
Preisrecht
Aus volkswirtschaftlicher Sicht dient das Preisrecht vor allem der Qualitätssicherung. Architekten und Ingenieure bieten mit ihrer geistig-schöpferischen Leistung Erfahrungs- und Vertrauensgüter an. Dem Verbraucher fällt es naturgemäß schwer, den Wert dieser Güter einzuschätzen. Würde man die geistig-schöpferische Leistung einem Preiswettbewerb aussetzen, würde - so die Wirtschaftswissenschaft - ein Erosionsprozess einsetzen, an dessen Ende ein breiter Markt übrig bliebe, in dem nur schlechte Qualität zu niedrigen Preisen angeboten wird.

Das Preisrecht der HOAI soll also die Qualität der geistig-schöpferischen Leistung hochhalten und es dem Bauherrn ermöglichen, die beste Qualität zum gleichen Preis auszuwählen. Gleichzeitig soll das Preisrecht den Architekten und Ingenieuren auskömmliche Einkommen sichern, um dem treuhänderischen Anspruch ihrer Berufsausübung gerecht werden zu können.

Qualitäts-
sicherung
Beim Bauträger und Fertighaushersteller gibt es Architekten- und Ingenieurleistungen keineswegs gratis. Vielmehr wird sie - kaum transparent - mit anderen Preisbestandteilen vermischt. Bauträger und Fertighaushersteller reichen entweder die Leistungen von Freiberuflern durch oder erbringen sie mit Angestellten. Auch wenn Angestellte manchmal günstiger leisten, gilt doch: zu jedem Angestellten gehört ein Chef, der ebenfalls bezahlt sein will.

Planung
gratis?
Die Angst vor überteuerten Architektenhonoraren ist unbegründet. Die Einkommensteuerstatistik zeigt, dass Architekten im Vergleich mit anderen Freiberuflern eher im unteren Einkommenssegment zu finden sind:

Jahreseinkommen, Jahr 1995
Architekt = 100 %
Ärzte198 %
Zahnärzte196 %
Anwälte und Notare156 %
Steuerberater153 %
Architekten100 %
Künstlerische Berufe74 %

(Quelle Basisdaten: Studie "STATUSBERICHT 2000plus ARCHITEKTEN/INGENIEURE")


HOAI
= teuer?
Wie in allen Ländern Europas dienen insbesondere die Herstellungskosten des geplanten Gebäudes als Berechnungsgrundlage für das Honorar. Auch der Schwierigkeitsgrad der Planungsleistung hat immer einen Einfluss auf das Honorar.

Das Vorurteil, Architekten würden kostentreibend bauen um ihr Honorar zu steigern, ist unbegründet. Die HOAI bietet die Möglichkeit, das Honorar von Beginn an zu pauschalieren. Auch eine umgekehrte Regelung, ein Honorar-Bonus bei Baukostenunterschreitung, ist möglich (§ 5 Abs. 4a HOAI).

Der Volltext der HOAI ist u.a. auf den Internetseiten von BauNetz® zugänglich.


HOAI und
Baukosten
Beispielrechnung Architektenhonorar für ein Einfamilienhaus mit durchschnittlichen Anforderungen an die Planung:

Baukosten in Euro brutto:
(reine Bauwerkskosten ohne Grundstück, Erschließung, Außenanlagen)

200.000
anrechenbare Kosten in Euro, § 10 HOAI:
(entspricht den Baukosten netto, s.o.)

172.414
Honorarzone, § 11 HOAI:

III, Mittelsatz
Honorar lt. Honorartafel § 16 HOAI in Euro netto:
(Gesamthonorar für alle Leistungsphasen)

21.159
Nebenkosten, § 7 HOAI:
(Nebenkosten liegen im Bereich von 3-7% des Honorars. Sie sind nachzuweisen, auch eine Pauschalierung ist möglich. Beispiel: 5%)

1.058
Honorar in Euro netto: 22.217
Honorar in Euro brutto: 25.772
Honorar in % der Baukosten:

12,9%
Das Gesamthonorar fällt nur bei Beauftragung aller neun Leistungsphasen des Architekten an. Jede Leistungsphase hat einen bestimmten prozentualen Anteil am Gesamthonorar. Bis zur Genehmigungsplanung (= Leistungsphase 1-4) fallen beispielsweise 27% des Gesamthonorars an.
Dies wären hier in Euro brutto:
bzw. in % der Baukosten:
6.958
3,5%
Beispiel-
rechnung


Beim Kauf eines Hauses vom Bauträger bezahlen Sie 3,5% für die Grunderwerbsteuer, beim Architektenhaus nicht. Beim Architektenhaus bekommen Sie für diesen Betrag bereits Entwurf und Eingabeplanung!


Tipp



externe Links:
die HOAI im Volltext (BauNetz®, Deep Link)
Architektenhonorar online berechnen (archiFee)


Stand: 22.08.03